Premiere: „Die Welt steht auf kein‘ Fall mehr lang …“

Liebe Freunde der Theaterei,

gerade frage ich mich, ob unser nächstes Stück „Der Weltuntergang oder Die Welt steht auf kein‘ Fall mehr lang …“ von Jura Soyfer besonders gut oder eher weniger gut in den meist trüben und tristen Monat November passt.

Das Stück, das macht den besonderen Reiz dieses Werks aus, bedient sich höchst gekonnt satirisch-kabarettistischer Stilmittel, so dass es die Theaterbesucher keineswegs in eine November-Tristesse versetzt, sondern bestens unterhalten werden. Um die Anliegen des Autors besonders deutlich zu machen, habe ich das Stück auf das Wesentliche konzentriert: auf den Text und auf Walter Frei.

Jura Soyfer

Jura Soyfer wurde am 8. Dezember 1912 in Charkow, Ukraine geboren und starb am 16. Februar 1939 im KZ Buchenwald an Typhus. Er zählt zu den bedeutendsten politischen Schriftstellern Österreichs in den 1930er Jahren. Er publizierte in mehreren Zeitschriften und verfaßte insgesamt fünf Stücke und drei erhaltene Szenen. Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt. 1936 entstand der „Weltuntergang“: Er wurde im Frühsommer 1936 uraufgeführt und bereits am 11. Juli 1936 wieder abgesetzt. Es zeigt die Menschheit vor der Apokalypse, der Zerstörung der Welt durch einen Kometen. Das Stück zeigt auf humorvoll-kabarettistische Weise die Geschehnisse im Vorfeld des Weltuntergangs, zugleich kritisch und sehr humorvoll – Soyfer eben. Er zeigt die absurden, mitunter kopflosen Handlungsweisen der Staaten und ihrer Vertreter, vor allem aber mit den Reaktionen der Menschen auf die bevorstehende Katastrophe.

Vereint die Tradition des Wiener Volksstücks mit der hohen Sprachkunst eines Karl Kraus.

Da ist viel Raum für „Schmäh“, für Anspielungen, Zu- und Überspitzung.
Der Komet schließlich bringt es nicht übers Herz, die Erde zu zerstören, was dem Stück einen positiven Ausgang beschert, gleichzeitig aber auch die folgenlose Unverbesserlichkeit und Dummheit der Menschheit offenbart.
Der Untertitel ist übrigens eine Anspielung auf das Kometenlied in Johann Nepomuk Nestroys Stück Lumpazivagabundus, dessen Refrain den Untertitel beisteuerte: „Die Welt steht auf keinen Fall mehr lang …“

Ein Höhepunkt

Dass „Der Weltuntergang“ von meinem Freund und Kollegen Walter Frei präsentiert wird, ist für mich und bestimmt auch für Sie eine ganz besondere Freude. Soyfer hatte das Stück für 29 Darsteller angelegt, aber die braucht es nicht, wenn man einen Walter Frei hat. Er spielt und singt alle Rollen selbst. Ich bin ganz sicher, dass dieser Jura-Soyfer-Abend noch einmal zu einem Höhepunkt in meiner letzten Spielzeit als Theaterei-Prinzipal wird!

Premiere ist am Freitag, 3. November, 20 Uhr, in der Theaterei Herrlingen.

Karten: Karten: 0731 – 268177

Seien Sie bis dahin herzlich gegrüßt von Ihrem:
Wolfgang Schukraft

 

Theaterei Herrlingen
Oberherrlinger Str.22
89134 Blaustein-Herrlingen

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